Geld ist die Konfliktquelle Nummer eins in der WG. Nicht dreckiges Geschirr, nicht Lärm um Mitternacht, nicht unterschiedliche Schlafrhythmen. Geld.
Die gute Nachricht: Die meisten Geldstreits entstehen durch unklare Erwartungen, nicht durch echte Uneinigkeit darüber, was fair ist. Zwei Mitbewohner, die sich 15 Minuten hinsetzen und ein System verabreden, streiten fast nie ums Geld. Zwei Mitbewohner, die es „einfach laufen lassen”, streiten fast immer ums Geld.
So richtet ihr alles so ein, dass das Teilen der Ausgaben vom ersten Tag an mühelos läuft — oder wie ihr es wieder in den Griff bekommt, wenn es mitten im Mietvertrag schon knirscht.
Typische Fehler bei WG-Ausgaben
Bevor wir zu den Lösungen kommen, hilft es zu verstehen, was schief läuft. Das sind die Muster, die zu Groll führen:
- Vor dem Einzug nicht über Geld sprechen. Es fühlt sich unangenehm an, also lässt man es. Danach verbringt ihr Monate im Ratespiel, wer wem was schuldet.
- Auf das Gedächtnis statt auf Aufzeichnungen setzen. Du glaubst, du weißt noch, wer letzten Monat die Putzmittel bezahlt hat. Du weißt es nicht. Dein Mitbewohner auch nicht. Jetzt sind beide überzeugt, mehr gezahlt zu haben.
- Alles 50/50 teilen, obwohl die Nutzung ungleich ist. Eine Person hat das größte Zimmer. Eine arbeitet im Homeoffice und verbraucht mehr Strom. Ein starres 50/50 klingt fair, ist es aber oft nicht.
- Kleinbeträge durchrutschen lassen, bis sie sich summieren. Die 8 € hier und 12 € dort scheinen es nicht wert, erwähnt zu werden. Bis drei Monate später eine Person still und leise 200 € mehr getragen hat und anfängt, das übel zu nehmen.
- Zahlungsanforderungen ohne Kontext schicken. Eine zufällige 47-€-Anfrage per PayPal ohne Erklärung zu bekommen, ist verwirrend und wirkt aggressiv. Schreib immer dazu, wofür die Zahlung ist.
Welche Ausgaben sollten Mitbewohner teilen?
Nicht alles muss geteilt werden. Seid euch klar darüber, welche Kategorien gemeinsam und welche persönlich sind.
Immer teilen:
- Miete
- Nebenkosten (Strom, Wasser, Gas, Heizung, Internet)
- Rundfunkbeitrag (GEZ) — pro Haushalt rund 18,36 € pro Monat, typischerweise geteilt
- Gemeinsame Haushaltsartikel (Toilettenpapier, Spülmittel, Putzmittel, Müllbeutel)
Teilen, wenn gemeinsam genutzt:
- Lebensmittel (nur wenn ihr zusammen kocht und esst)
- Streaming-Abonnements, die ihr beide nutzt
- Gemeinsame Möbel oder Küchengeräte
Niemals teilen:
- Persönliche Lebensmittel und Snacks
- Persönliche Abonnements
- Persönliche Pflegeprodukte (dein Shampoo, seine Gesichtscreme)
- Ausgaben für eigene Gäste
Tipp: Erstellt in der ersten Woche zusammen eine gemeinsame Liste. Schreibt alles auf, was ihr beide als „gemeinsam” betrachtet. Schaut nach einem Monat noch mal drüber und passt sie an. Diese 5-Minuten-Übung erspart euch Monate der Unklarheit.
Manche Nutzer führen mit ReceiptSplit auch geteilte Ausgaben mit Familie im Ausland — zum Beispiel, wenn mehrere Geschwister zu den Kosten der Eltern im Herkunftsland beitragen. Dieselbe Logik funktioniert identisch: Jeder trägt seinen Teil, und die App hält den Saldo zwischen allen Teilnehmern klar.
3 Methoden, um WG-Ausgaben zu teilen
1. Die Tabellen-Methode
Legt ein gemeinsames Google Sheet oder Excel-Dokument an. Jedes Mal, wenn jemand etwas Gemeinsames kauft, trägt er Datum, Artikel, Betrag und Zahler ein. Am Monatsende zählt ihr alles zusammen und gleicht die Differenz aus.
Vorteile: Vollkommen transparent. Kostenlos. Jeder kann jederzeit die komplette Historie einsehen.
Nachteile: Erfordert Disziplin. Jemand muss daran denken, jeden Einkauf einzutragen. Es ist leicht, mal eine 6-€-Position zu vergessen, und diese Lücken summieren sich. Nach ein paar Wochen mit inkonsequenter Eintragung wird die Tabelle meist aufgegeben.
Am besten geeignet für: Zwei organisierte Mitbewohner, die gern manuell den Überblick behalten.
2. Die Methode des abwechselnden Zahlers
Wechselt euch beim Einkauf gemeinsamer Sachen ab. „Ich hab die Lebensmittel diese Woche übernommen, du nächste Woche.” Mehr als sich zu merken, wer dran ist, braucht es nicht.
Vorteile: Kinderleicht. Keine Apps, keine Tabellen, keine Mathematik.
Nachteile: Funktioniert nur, wenn die Ausgaben jedes Mal ungefähr gleich sind. Wenn du in deiner Woche 40 € ausgibst und dein Mitbewohner in seiner 120 €, teilt ihr in Wahrheit nicht gleichmäßig. Wird mit mehr als zwei Mitbewohnern schnell kompliziert.
Am besten geeignet für: Zwei Mitbewohner mit sehr ähnlichen Einkaufsgewohnheiten, die vor allem den wöchentlichen Einkauf teilen.
3. Die App-Methode
Nutzt eine App zum Aufteilen von Rechnungen oder zur Ausgabenverwaltung. Trag die Ausgaben ein, während sie anfallen (oder scanne den Beleg), und die App führt einen laufenden Saldo, wer wem was schuldet. Rechnet ab, wenn der Saldo hoch genug ist oder nach einem festen Plan.
Vorteile: Genau. Wenig Aufwand, sobald eingerichtet. Beleg-Scan bedeutet, dass ihr für jede Buchung einen Nachweis habt. Laufender Saldo bedeutet, keine monatliche Mathematik mehr.
Nachteile: Alle in der WG müssen sie konsequent nutzen. Wenn ein Mitbewohner seine Einkäufe nie einträgt, bricht das System zusammen.
Am besten geeignet für: Jede WG-Situation, besonders ab drei Personen.
Lebensmittel fair teilen
Lebensmittel sind der Punkt, an dem es in den meisten WGs unübersichtlich wird. Die Miete ist ein fester Betrag. Nebenkosten kommen mit Rechnung. Aber Lebensmittel? Eine Person kauft alles in Bio-Qualität, der anderen reicht die Eigenmarke. Eine isst doppelt so viel. Die „persönlichen Sachen” einer Person landen irgendwie doch immer im gemeinsamen Kühlschrank.
Es gibt drei Ansätze, jeder mit seinen Abstrichen:
Option A: Getrennt einkaufen. Jeder kauft sein eigenes Essen. Die sauberste Lösung. Der Nachteil: Ihr verliert Mengenrabatte und braucht getrennten Platz im Regal. Funktioniert am besten, wenn die Mitbewohner sehr unterschiedlich essen.
Option B: Den ganzen Beleg gleichmäßig teilen. Eine Person kauft ein, alle teilen die Summe. Einfach, aber unfair, wenn eine Person den Wagen mit teuren Sachen für sich selbst gefüllt hat, während die andere nur Brot und Eier brauchte.
Option C: Beleg scannen und Positionen zuweisen. Das ist der fairste Ansatz. Geht den Beleg durch, markiert gemeinsame Positionen (Milch, Eier, Brot, Putzmittel) als geteilt und weist persönliche Positionen (dein Spezialitätenkaffee, seine Proteinriegel) dem Käufer zu. Apps wie ReceiptSplit erledigen das in Sekunden — Beleg scannen, Positionen antippen, um sie zuzuweisen, und die App übernimmt die Mathematik inklusive MwSt. und Trinkgeld.

Praktischer Tipp: Einigt euch auf eine kurze Liste gemeinsamer Grundnahrungsmittel (Milch, Eier, Brot, Butter, Speiseöl) und teilt sie automatisch. Alles andere wird derjenigen Person zugewiesen, die es wollte. Das deckt 80 % der Einkaufssituationen ohne jede Diskussion ab.
Supermarkt-Belege in Sekunden teilen
Beleg scannen, tippen, um Positionen zuzuweisen, und sehen, wer wem was schuldet. MwSt. und Trinkgeld sind automatisch dabei.
Kostenlos im App Store ladenEine App für gemeinsame Ausgaben nutzen
Wenn ihr die Tabellen- oder Wechsel-Methode schon ausprobiert habt und sie nicht hängen geblieben ist, ist eine App vermutlich die Antwort. Warum Apps auf Dauer meist besser funktionieren:
- Keine manuelle Dateneingabe. Beleg-Scan heißt: Du fotografierst den Beleg, und die App zieht Positionen und Preise heraus. Dauert rund 10 Sekunden statt 5 Minuten Tippen in einer Tabelle.
- Laufender Saldo. Du weißt immer, wo ihr steht. Kein Warten bis zum Monatsende und kein großer Rechenmarathon.
- Zahlungsverfolgung. Trag ein, wenn jemand zahlt, und der Saldo passt sich automatisch an. Schluss mit den „das hab ich dir doch schon bezahlt”-Diskussionen.
- Funktioniert offline. Gute Apps lassen dich Ausgaben auch ohne Internet erfassen — das heißt, du kannst den Beleg direkt im Laden scannen.
Worauf ihr bei der App-Wahl achten solltet: Beleg-Scan, laufender Saldo zwischen Teilnehmern, Generierung von Zahlungsanforderungen (damit ihr eine Anfrage per PayPal oder Überweisung mit dem richtigen Betrag senden könnt), und Offline-Unterstützung.
Zwei solide Optionen: ReceiptSplit ist speziell dafür gebaut, Belege zu scannen und Positionen Personen zuzuweisen — das macht sie besonders gut für Lebensmittel und Restaurantrechnungen. Splitwise ist in DACH im WG-Kontext sehr verbreitet und stark, wenn es um laufende Salden über viele Ausgabenkategorien hinweg geht.

Tipp: Wählt eine App und bleibt dabei. Das beste System ist das, das alle auch wirklich nutzen. Die Hälfte der Ausgaben an einem Ort und die andere Hälfte woanders zu führen, macht den Sinn zunichte. Für schnelle Berechnungen beim gemeinsamen Essengehen findet ihr mit unserem Trinkgeldrechner den Anteil jeder Person in Sekunden.
Keine Lust mehr auf Tabellen?
ReceiptSplit scannt Belege, weist Positionen zu und zeigt, wer wem was schuldet. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Kostenlos im App Store ladenWG-Vereinbarung zu Ausgaben treffen
Egal, ob ihr gerade erst zusammenzieht oder schon seit sechs Monaten im Mietvertrag seid und die Stimmung angespannt ist — für das Gespräch ist es nie zu spät. Es dauert rund 15 Minuten und umfasst fünf Fragen:
- Wie teilen wir die Miete? Gleichmäßig? Nach Zimmergröße? Wenn die Zimmer unterschiedlich groß sind, messt die Quadratmeter und teilt proportional. Das ist die wirkungsvollste Vereinbarung, die ihr treffen könnt.
- Wie handhaben wir die Nebenkosten? Die meisten WGs teilen Strom, Heizung und Co. gleichmäßig, weil sich der individuelle Verbrauch schwer messen lässt. Wenn eine Person den ganzen Tag im Homeoffice ist und die andere 10 Stunden täglich außer Haus, denkt über eine leichte Anpassung nach.
- Welche Lebensmittel und Haushaltsartikel sind gemeinsam? Macht die Liste. Schreibt sie auf. „Gemeinsam” heißt, beide nutzen es und beide zahlen dafür.
- Wie oft rechnen wir ab? Monatlich ist der Standard. Manche bevorzugen alle zwei Wochen. Legt eine wiederkehrende Kalendererinnerung an, damit niemand derjenige sein muss, der das Thema anbringt.
- Welche App oder Methode nutzen wir zur Erfassung? Einigt euch auf ein System und verpflichtet euch beide, es zu nutzen. Ein System funktioniert nur, wenn alle mitmachen.
Dieses Gespräch einmal zu führen, erspart euch Dutzende unangenehme Gespräche später. Es geht nicht um Misstrauen — es geht darum, Geld zu einem gelösten Thema zu machen, damit ihr euch darauf konzentrieren könnt, wirklich gerne zusammenzuwohnen.
Mehr Hintergrund zum Thema geteilte Ausgaben und Tipps zur sicheren Nutzung mobiler Bezahldienste findet ihr bei der Verbraucherzentrale, die einen nützlichen Überblick bietet.
Häufig gestellte Fragen
Wie teilt man die Miete, wenn die Zimmer unterschiedlich groß sind?
Rechne nach Quadratmetern. Miss jedes Zimmer aus und teile die Gesamtmiete proportional zur Zimmergröße. Beispiel: Bei einer Miete von 1.500 €/Monat und einem Zimmer mit 18 m² sowie einem zweiten mit 12 m² zahlt das größere Zimmer 900 € und das kleinere 600 €. Manche WGs beziehen auch Dinge wie ein eigenes Bad oder besseres Tageslicht mit ein, aber die Quadratmeter sind der fairste Ausgangspunkt.
Sollten Mitbewohner Lebensmittel teilen?
Nur wenn ihr regelmäßig zusammen esst. Wenn ihr getrennt kocht und esst, ist es einfacher und fairer, wenn jeder sein eigenes Essen kauft. Wenn ihr Mahlzeiten oder Grundzutaten teilt, teilt diese gemeinsamen Positionen und haltet persönliche Sachen auseinander. Eine App zum Beleg-Scannen kann das leicht machen, indem ihr Positionen bestimmten Personen zuweist.
Wie oft sollten Mitbewohner abrechnen?
Monatlich funktioniert für die meisten, üblicherweise zum Mietzahlungstermin. Wenn ihr häufig gemeinsame Ausgaben habt wie wöchentliche Einkäufe, kann eine zweiwöchentliche Abrechnung verhindern, dass der Saldo unangenehm hoch wird. Der Schlüssel ist Konsequenz — legt eine wiederkehrende Kalendererinnerung an, damit niemand derjenige sein muss, der das Thema anbringt.
Was tun, wenn ein Mitbewohner nie pünktlich zahlt?
Fang mit einer App an, die Zahlungserinnerungen schickt, damit es einen klaren, objektiven Nachweis über offene Beträge gibt. Hält das Problem an, führt ein direktes, aber ruhiges Gespräch. Schlagt einen festen Abrechnungstag pro Monat vor (zum Beispiel den 1. oder den 15.). Bleibt es dabei, überlegt ein System, bei dem alle im Voraus in eine WG-Kasse für gemeinsame Ausgaben einzahlen.
Was ist die beste App für WG-Ausgaben?
Das hängt von eurer Situation ab. Splitwise ist stark beim laufenden Saldo über viele Kategorien hinweg und in DACH im WG-Kontext besonders verbreitet. ReceiptSplit ist ideal, wenn euer Hauptproblem darin besteht, gemeinsame Belege (besonders aus dem Supermarkt) Position für Position zu teilen. Die beste App ist die, die alle in der WG auch wirklich konsequent benutzen.
Jede gemeinsame Ausgabe im Blick
Belege scannen, Positionen zuweisen und genau sehen, wer wem was schuldet — ganz ohne Tabelle.
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